Februar 2025

Vier Diamanten auf schwarzem Grund. Ein runder Diamant wird von einer Pinzette gehalten, ein ovaler, ein dreieckiger und ein viereckiger Diamant liegen auf einer spiegelnden Oberfläche.

Die vier C´s – wie Diamanten bewertet werden

Diamanten sind die wohl bekanntesten, weithin beliebtesten und häufig auch wertvollsten Edelsteine der Welt. Selbst Menschen, die sich mit Schmuck und Juwelen nicht auskennen, wissen, dass ein Diamant etwas besonderes und meist sehr teuer ist. Ein einzelner, funkelnder Diamant ist seit über 100 Jahren der klassische Besatz zahlreicher Eheringe und Verlobungsringe – seit der Juwelier Tiffany die berühmte Solitärfassung entwickelte. In den 1950er-Jahren sang Marilyn Monroe „Diamonds Are a Girl´s Best Friend“ und verankerte damit den enormen Wert der Diamanten im kulturellen Gedächtnis. Doch wie werden Diamanten tatsächlich bewertet? Unter den Edelsteinhändlern der Welt hat sich seit langer Zeit ein System aus vier entscheidenden Charakteristika etabliert: Die sogenannten vier C´s Carat, Color, Clarity und Cut. Wir verraten Ihnen heute, was sich hinter diesen Begriffen verbirgt und wie Diamanten bewertet werden.

Carat – das Edelsteingewicht in Karat

Den Begriff „Carat“ – auf Deutsch Karat – haben sicher die Meisten schon einmal im Zusammenhang mit Diamanten gehört. Wer sich nicht intensiv mit der Bewertung von Diamanten und anderen Edelsteinen beschäftigt, denkt oft sogar, dass es sich beim Karat um den wichtigsten Faktor handeln würde. Doch so ist es nicht. Das Karat ist eine Größe, um das Gewicht eines Diamanten festzulegen. Da nicht nur Diamanten, sondern alle Edelsteine in Karat gewogen werden, sprechen wir auch vom „Edelsteingewicht“. Dabei ist zu beachten, dass sich vom Gewicht nicht zwingend auf die Größe eines Diamanten schließen lässt. Zum einen kann die Dichte von Diamanten leicht schwanken und zum anderen beeinflussen die verschiedenen Schliff-Arten, wie groß ein Stein optisch wirkt.

1 Karat beträgt genau 0,20 Gramm. Ein Diamant mit einem Gewicht von 0,10 Gramm besäße also ein halbes Karat, was häufig auch als „ct.“, „kt“ oder „K“ abgekürzt wird. Sind mehrere Diamanten gemeinsam auf ein Schmuckstück gefasst, werden ihre Karatzahlen zusammengerechnet. Bei einem Diamant-Ring mit drei Steinen von 0,15 Karat ergäbe sich also ein Gesamtgewicht der Edelsteine von 0,45 Karat. Ist jedoch ein besonders großer oder schöner Diamant gemeinsam mit kleineren oder weniger auffälligen Steinen auf ein Schmuckstück gefasst, wird sein Edelsteingewicht mitunter gesondert ausgewiesen.

Der Ursprung des Begriffs Karat ist in der frühen Antike zu suchen und stammt vermutlich vom altgriechischen kerátion, dem lateinischen carratus oder dem arabischen Qīrāt ab. Dies sind Namen für die Samenkörner des Johannisbrotbaums, welche in getrocknetem Zustand stets exakt 0,20 Gramm wiegen sollten. Natürlich ist mittlerweile widerlegt, dass diese Samen stets das gleiche Gewicht haben, doch in der Antike wurden sie vermutlich tatsächlich zum Wiegen von Edelsteinen herangezogen. Das metrische Karat, wie wir es heute in den vier C´s berücksichtigen, wurde im Jahr 1907 als einheitlicher Standard festgelegt.

Achtung: Das „Carat“ wird nicht nur bei Diamanten, sondern auch zur Bewertung von Goldlegierungen herangezogen. Es handelt sich dabei jedoch um zwei unterschiedliche Größen. Während die Karat-Skala bei Diamanten und anderen Edelsteinen nach oben offen ist, endet sie beim Gold auf dem Maximalwert von 24 Karat. Der Grund dafür ist einfach: Beim Diamant ist das Karat eine Gewichtseinheit – beim Gold gibt es den Feingehalt der Legierung an. Die wertvollste und reinste Goldlegierung besitzt einen Feingehalt von 99,99 Prozent. Sie wird auch als 999er Gold bezeichnet und hat 24 Karat. Die für Schmuck sehr verbreitete Goldlegierung 585 besitzt 14 Karat, während 333er Gold mit 8 Karat gleichzusetzen ist. Um Verwechslungen zu vermeiden, geben wir den Feingehalt unserer Schmuckstücke bei Vom Feinsten für gewöhnlich in der Zahlenskala und nicht in Karat an.

Wie sich im Laufe dieses Artikels zeigen wird, ist das Karat eher eine untergeordnete Größe der vier C´s und bestimmt erst im Zusammenspiel mit den anderen drei Faktoren den Wert eines Diamanten. Es mag zuerst beeindruckend klingen, wenn zum Beispiel von einem 2-karätigen Diamanten gesprochen wird. Doch je größer ein Stein ist, desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass er Verunreinigungen enthält, welche den Wert drücken. Behalten wir diese Information also im Hinterkopf und schauen wir uns zunächst die anderen drei „C-Werte“ an.

Color – die Farbe der Diamanten

Für das ungeübte Auge sehen Diamanten auf Schmuckstücken für gewöhnlich klar und transparent aus. Doch existieren bei „Schmuck-Diamanten“ feine Abstufungen, die von einem leichten Gelbton bis zum begehrten, hochfeinen Weiß reichen. Die Farbe ist für die Bewertung eines Diamanten von weitaus höherer Bedeutung als das Karatgewicht. Immerhin beeinflusst die Farbe des Steins sehr stark, wie er im Licht funkelt und wie sein optisches Zusammenspiel mit anderen Edelsteinen oder dem jeweiligen Schmuckstück wirkt. Selbst dann, wenn es sich nur um winzige Nuancen handelt – bei kostbarem Schmuck zählen schon feinste Abweichungen.

Wie die einzelnen Farben der Diamanten benannt werden, ist nicht hundertprozentig einheitlich. Im Laufe der Zeit haben sich verschiedene Systeme entwickelt, welche nebeneinander existieren und jeweils ihre Gültigkeit besitzen. So wird zum einen eine Reihe von Großbuchstaben von D bis Z herangezogen, wobei D das begehrte klarste Weiß bezeichnet und S–Z den am wenigsten gewünschten Gelbton. Zugleich bestehen im internationalen Einsatz englische Namen, welche die Farbe beschreiben sollen, während in Deutschland eigene Namen in deutscher Sprache üblich sind. Es folgt eine Auflistung der drei üblichen Systeme im Vergleich:

  1. D / River / hochfeines Weiß +
  2. E / River / hochfeines Weiß
  3. F / Top Wesselton / feines Weiß +
  4. G / Top Wesselton / feines Weiß
  5. H / Wesselton / Weiß
  6. I / Top Crystal / leicht getöntes Weiß
  7. J / Crystal / leicht getöntes Weiß
  8. K / Crystal / getöntes Weiß
  9. L / Top Cape / getöntes Weiß
  10. M / Cape / getönt
  11. N / Cape / getönt
  12. O–R / Light Yellow / getönt
  13. S–Z / Yellow / getönt

Die große Mehrzahl der Diamanten auf dem Schmuckmarkt ist in Schattierungen von Gelb (getönt) bis River (hochfeines Weiß) gefärbt. Am seltensten und damit am begehrtesten und am teuersten sind absolut klare, transparente Diamanten. Je farbloser, desto besser. Weil die Färbung eines Diamanten sich meist auch mit dem bloßen Auge recht gut erkennen lässt, spielt sie eine weitaus größere Rolle bei der Preisfindung als das Karatgewicht.

Natürlich gibt es auch wirklich bunte Diamanten, deren Färbung rosa, orange, rot, blau, grün, kanariengelb oder braun sein kann. Diese Edelsteine sind jedoch so selten, dass sie eine Sondergruppe bilden – die „Fancy Diamonds“ oder „Fancy Color Diamonds“. Sie sind noch einmal um einiges wertvoller und teurer als die „normalen“ Diamanten, deren Farbskala wir Ihnen oben vorgestellt haben. Dennoch werden auch für ihre Bewertung die vier C´s herangezogen. Der Faktor „Color“ wird im Fall von Fancy Diamonds bloß übermäßig hoch bewertet, da sie so selten sind. Für gewöhnlich werden derart außergewöhnliche Steine nur von den besten Edelsteinschleifern verarbeitet und weisen eine enorme handwerkliche Qualität auf. Allerdings können gerade Fancy Diamonds auch als ungeschliffene Steine hohe Preise an Diamantbörsen erzielen.

Verschiedene Diamanten werden auf einer sauberen Unterlage mithilfe einer Lupe und einer Pinzette von einem Juwelier untersucht. Auf dem Bild sind die Diamanten, die Werkzeuge sowie die Hände des Juweliers in Nahaufnahme zu sehen.

Clarity – Die Reinheit von imperfekt bis lupenrein

Wie alle Naturedelsteine sind Diamanten über viele Millionen Jahre hinweg im Rahmen geologischer Prozesse entstanden. In ihrer Kristallstruktur sind daher häufig Spuren anderer Mineralien eingeschlossen, welche das Aussehen eines geschliffenen und transparenten Edelsteins unter der Lupe oder sogar mit dem bloßen Auge gesehen beeinflussen können. Derartige Einschlüsse zeigen sich beispielsweise als dunkle Flecken, welche von Kohlenstoff-Verunreinigungen herrühren oder als wolkenförmige Schleier, welche sich durch den Kristall ziehen. Außerdem wirken sich auch Brüche in der Kristallstruktur auf die Klarheit und Reinheit aus, da diese oft feder- oder wolkenartige Einschlüsse erzeugen.

Die kostbarsten Diamanten sind absolut rein und besitzen keinerlei Einschlüsse. Selbst unter der Lupe besitzen sie eine perfekte, ungestörte Transparenz und werden daher als „lupenrein“ bezeichnet. Tatsächlich sind natürliche lupenreine Diamanten jedoch extrem selten und je größer ein Stein ist, umso wahrscheinlicher ist es, dass er zumindest geringe Einschlüsse aufweist. Da sich die meisten Verunreinigungen jedoch nicht mit dem bloßen Auge erkennen lassen, sind auch die sogenannten „augenreinen“ Diamanten für die Schmuckherstellung relevant.

Es können also alle Diamanten, deren Einschlüsse nur mit einer Lupe zu sehen sind, ausgewählt werden, um sie zu schleifen und auf ein Schmuckstück zu fassen. Die Reinheit ist insgesamt ein weiterer, sehr wichtiger Faktor der 4 C´s und wird anhand einer international verbindlichen Tabelle für jeden individuellen Edelstein festgehalten. Im Folgenden zeigen wir Ihnen diese Tabelle mit den gängigen Fachbegriffen für die Reinheit von Diamanten. Manchmal treten dort scheinbar gleiche Werte auf, welche durch die Ergänzung von Zahlen voneinander abgegrenzt werden. Die höheren Zahlen enthalten jeweils ein winziges bisschen mehr Verunreinigungen und stellen Feinabstufungen zur Beurteilung der Klarheit dar.

  • FL (flawless): Lupenrein – keinerlei Einschlüsse
  • IF (internally flawless): Lupenrein – keinerlei Einschlüsse
  • VVS1 (very very small included): sehr sehr kleine Einschlüsse – unter zehnfacher Vergrößerung zu erkennen
  • VVS2 (very very small included): sehr sehr kleine Einschlüsse – unter zehnfacher Vergrößerung zu erkennen
  • VS1 (very small included): sehr kleine Einschlüsse – unter zehnfacher Vergrößerung zu erkennen
  • VS2 (very small included): sehr kleine Einschlüsse – unter zehnfacher Vergrößerung zu erkennen
  • SI1 (small included): kleine Einschlüsse – unter zehnfacher Vergrößerung zu erkennen
  • SI2 (small included): kleine Einschlüsse – unter zehnfacher Vergrößerung zu erkennen
  • I1 bis I3 bzw. Piqué 1–3 (included): Einschlüsse – mit bloßem Auge zu erkennen

Diamanten, deren Verunreinigungen schon mit dem bloßen Auge zu sehen sind, werden von den meisten Schmuckmanufakturen sofort aussortiert. Dennoch können auch diese Steine sehr schön sein und ihren Weg auf Schmuckstücke finden. Mitunter werden dann auch stärker verunreinigte Steine auf Schmuck gefasst – zum Beispiel, wenn dutzende oder gar hunderte winzigster Steine ein flächiges Bett aus Diamanten erzeugen, welches für sich eine ganz eigene Wirkung erzielt. Es handelt sich dann nur eben nicht um besonders teure Diamanten, denn sichtbare Unreinheiten oder Schäden in der Kristallstruktur drücken massiv auf den Preis.

Cut – die Qualität des Edelsteinschliffs

Der Schliff ist der wohl wichtigste Faktor für die Bewertung eines Diamanten, denn nur ein präzise und professionell ausgeführter Diamantschliff bringt die Schönheit und Brillianz, das besondere Feuer und die Farbe des individuellen Edelsteins optimal zur Geltung. Das letzte der „4 C“ liegt also ganz in menschlicher Hand, während die drei anderen Faktoren von den Kräften und Launen der Natur geformt werden.

Die Bezeichnung „Cut“ bezieht sich ganz klar auf die Qualität, mit welcher der Diamantschliff ausgeführt ist. Die Schliff-Form ist damit nicht gemeint, denn jede Form kann nur dann ihre Wirkung entfalten, wenn der Schliff so ausgeführt ist, dass sich das Licht optimal im Inneren des Edelsteins bricht und so zurückgeworfen wird, dass das berühmte innere Feuer des Diamanten zum Vorschein kommt. Ist ein Stein zu tief, zu flach oder unregelmäßig geschliffen, zerstreut sich das einfallende Licht, wodurch das Funkeln gemindert würde. Fähige Diamantschleiferinnen oder Diamantschleifer müssen für jeden individuellen Rohdiamanten die optimale Höhe und Breite herausfinden, damit alle Facetten der gewählten Schliff-Form ideal zueinander stehen, um das Licht konzentriert zum Betrachter zurückzuwerfen. Noch dazu sollten Polierspuren komplett vermieden werden.

Professionelle Schleifer sind in der Lage, Diamanten viele verschiedene Formen zu geben. Die bekannteste und wohl beliebteste Schliff-Variante ist der Brillantschliff. Dabei handelt es sich um den typischen annähernd „kreiselförmigen“ Stein mit einer großen Oberfläche, welcher an der Unterseite in eine ausgeprägte Spitze ausläuft. Dieser Schliff lässt sich sehr gut in Fassungen setzen und ist extrem beliebt für das Fertigen von Ringen – vor allem für Trauringe und Antragsringe. Doch der Brillantschliff mit seinen mindestens 57 Facetten findet sich auch auf anderen Schmuckstücken wie Ohrringen, Anhängern, Halsketten oder Broschen.

Darüber hinaus werden Diamanten noch in vielen anderen Formen geschliffen, vom breiten Smaragdschliff oder dem Baguetteschliff über ovale, brinen- oder kissenförmige Schliff-Formen bis zum faszinierenden viereckigen Prinzess-Schliff oder traumhaften herzförmigen Diamantschliffen. Das vierte C – der „Cut“ – gibt also dem Rohdiamanten seine finale Schmuckform, die er immer behalten wird und definiert seinen Wert für alle Zeit.

Schmuck mit Diamanten bei Vom Feinsten in Buxtehude kaufen

Haben Sie nun selbst Lust bekommen, edlen Diamantschmuck zu kaufen und zu tragen? Dann besuchen Sie uns gerne in der Langen Straße 5 in Buxtehude und schauen Sie sich unser Sortiment an erlesenen Diamant-Ringen, Colliers mit Diamanten, Diamant-Ohrschmuck, Diamant-besetzten Anhängern oder prachtvollen Armbändern mit Diamantbesatz an. Natürlich ziehen auch wir die vier C´s heran, um die vielfältigen Gestalten dieses kostbaren Edelsteins zu bewerten. Von feinen Brillanten auf zierlichen Solitär-Ringen bis zu mächtigen Exemplaren in so exzentrischen Schliff-Varianten wie dem Asscher-Schliff sind Diamanten für jeden Geschmack und jedes Budget in unserem Juweliergeschäft zu finden.

Die zeitlose Eleganz der Diamanten zieht alle Menschen in ihren Bann. Ob Brillanten oder andere Schliff-Varianten der fantastischen Edelsteine als funkelnde Begleiter im Alltag oder als strahlendes Highlight für besondere Momente getragen werden – kaum ein Edelstein ist so vielseitig kombinierbar, wirkt so rein, dabei subtil und unvergänglich. Jeder Diamant erzählt seine eigene Geschichte, die bis in die Urzeiten unseres Planeten zurückreicht. Diese Steine sind wahrhaftig für immer und alle, die Diamantschmuck besitzen, verbinden zahlreiche schöne Erinnerungen damit. Ihre Härte macht die Diamanten tatsächlich auch auf Alltagsschmuck beständig, ihr Wert und ihre einzigartige Schönheit erhellen jeden Moment.

Übrigens kaufen wir bei Vom Feinsten auch Diamantschmuck an. Falls Sie Ringe, Ohrringe, Anhänger oder anderen Goldschmuck mit Diamanten besitzen, den Sie nicht selbst tragen, kommen Sie ruhig damit bei uns im Geschäft vorbei. Egal, ob es sich um Erbstücke, Geschenke, Schubladenfunde oder sogar beschädigten oder kaputten Diamantschmuck handelt – wir nehmen Ihnen die Stücke gern ab und zahlen Ihnen den Preis anhand des Materialwerts bar auf die Hand aus. Für gut erhaltenen Schmuck, den wir selbst weiterverkaufen können, sind wir sogar bereit, etwas mehr zu zahlen.

Wir freuen uns sehr auf Ihren Besuch!