August 2021

Perlen in geöffneter Muschelschale

Perlen – einzigartige Schätze der Natur

Perlen sind kostbare Schätze der Natur, denn echte Perlen wachsen nur im Inneren von Muscheln heran. Und nur wenige Muscheln bilden auf natürliche Weise Perlen aus. Die schimmernden Kugeln aus Calciumcarbonat waren deshalb über Jahrhunderte ein seltenes Gut, nach dem aufwändig getaucht werden musste. Erst in der Neuzeit gelang die professionelle Zucht von Perlen. Aus Grabfunden wissen wir heute, dass Perlen schon vor fünftausend Jahren als Kostbarkeit galten – womöglich lange, bevor der erste Schmuck aus Silber oder Gold auftauchte.

Von den alten Griechen und Römern wissen wir, dass sie Perlenschmuck schätzten. Die Römer begehrten Perlenketten, Perlenohrringe und anderes Geschmeide aus Perlen so sehr, dass das griechische Wort für Perle – Margarita – auch als „die Geliebte“ gebraucht wurde. Erhält der lateinische Name einer Muschel den Zusatz margaritifera, gehört sie zu den „perlentragenden“ Muschelarten. Viele Völker schrieben Perlen heilende oder aphrodisierende Kräfte zu und im christlichen Mittelalter wurden Perlen als Ausdruck der Liebe zu Gott verstanden. In praktisch allen Kulturen gilt die Perle auch als Symbol für Reichtum.

Dementsprechend wurde über die Jahrhunderte eine unermessliche Vielfalt an Perlenschmuck geschaffen, von Perlenohrringen über Perlenketten bis zu atemberaubenden Perlencolliers und perlenbesetztem Ornat der Kirchen und Königshäuser. Auch heute ist die Beliebtheit von Perlenschmuck ungebrochen und gefasst in Gold und Silber entstehen jedes Jahr neue Schmuckkreationen. Auf dieser Seite möchte ich Ihnen etwas mehr darüber verraten, wie Perlen wachsen, wie die Perlenzucht funktioniert und einige der beliebtesten Naturperlen wie Tahiti-, Akoya- oder Südsee-Perlen vorstellen.

Wie entstehen Perlen und wie werden sie gezüchtet?

Früher dachte man, dass Perlen aus Sandkörnern entstanden, die in die Muschel eingedrungen waren und als Fremdkörper von Perlmutt-Schichten umgeben wurden. Diese Ansicht ist heute überholt. Stattdessen stecken vermutlich Schäden an der Muschelschale, die durch Parasiten oder andere Einwirkungen verursacht wurden, hinter der Perlenbildung. Wird das tiefere Mantelgewebe der Muschel verletzt, reagiert diese mit Bildung einer Zyste. Die betroffene Stelle wird dann nach und nach durch Calciumcarbonat versiegelt. Aus diesem „Material“ besteht auch die Schale der Muschel. Warum bei diesem Vorgang teils fast exakt kugelförmige Perlen entstehen, ist noch nicht vollständig erforscht. Nicht jede derartige Verletzung führt zur Perlenbildung. Dennoch machen moderne Perlenzüchter sich diese Erkenntnisse zu Nutze.

Perlen tragende Muscheln in einer Zuchtperlenfarm

Bei der Perlenzucht werden Spendermuscheln Transplantate aus dem Mantelgewebe entnommen, welches für die Bildung der Muschelschale verantwortlich ist. Diese Transplantate werden in andere Muscheln eingebracht, in denen dann Zuchtperlen um den Fremdkörper herum heranwachsen sollen. Ein Wachstumszyklus kann mehrere Monate oder gar mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Zum Teil werden Perlmutt-Kerne mit eingefügt, um einen Nukleus zu bieten, um den sich eine Perle formen kann. Die jeweilige Methode hängt dabei von der Art der Muschel ab.

Kernlose Perlen werden vorwiegend in Süßwassermuscheln gezüchtet und entstehen im Mantel der Muschel. Im Mantel können pro Wachstumszyklus mehrere Dutzend Zuchtperlen entstehen. Deshalb sind die kernlosen Perlen weitaus häufiger als Zuchtperlen mit Kern. Perlen mit Kern bilden sich in der Gonade – der Geschlechtsdrüse – der Muschel. Diese kann pro Wachstumszyklus nur eine Perle produzieren. Zuchtperlen mit Kern sind deshalb nicht nur schwerer, sondern auch deutlich teurer als kernlose Varianten. Neuere Züchtungen schaffen es zum Teil immer zuverlässiger, fast kreisrunde Zuchtperlen um den implantierten Nukleus entstehen zu lassen.

Doch auch mit modernsten Zuchtmethoden ist keinesfalls garantiert, dass Perlen in den modifizierten Muscheln heranwachsen. Perlen entstehen tatsächlich in weniger als einem Drittel der Zuchtmuscheln. Von diesen ist nur rund ein Zehntel für den Handel zu gebrauchen. Weniger als ein Prozent dieser letzten Auslese kann dank runder Form, annähernd makelloser Oberfläche sowie satter Farbe und Lüster der höchsten Qualitätsstufe AAA zugeordnet werden. Übrigens werden Perlen, die nicht in den Handel gelangen, zu Pulver weiterverarbeitet. Dieses Perlenpulver wird zur Herstellung verschiedener kosmetischer Produkte verwendet. Es ist zum Beispiel als Bestandteil von Lotions, Gelen oder Cremes zu finden, welche den Teint verbessern oder die Hautalterung verlangsamen sollen.

Woraus bestehen Perlen?

Perlen bestehen zu großen Teilen (ca. 90 Prozent) aus Calciumcarbonat, welches sich in Aragonit- und seltener in Calcit-Kristallen ablagert. Die Kristalle wachsen in feinen Schichten, die sich überlagern und eine harte und widerstandsfähige Struktur bilden. Diese Schichten sind wie die Ringe eines Baumes zu sehen, wenn man eine Perle durchsägt. Je dünner die einzelnen Schichten sind, desto tiefer reicht der berühmte Perlglanz – der „Lüster“ – in die Perle hinein. Im Gegensatz zum Perlmutt, aus dem die Schale der Muschel besteht, enthalten Perlen bei ansonsten gleicher Zusammensetzung weniger Wasser.

Wie werden Perlen fachlich beurteilt und bewertet?

Perlen werden entsprechend ihrer Herkunft und Sorte in verschiedene Gruppen eingeteilt und in einem dreistufigen System von A bis AAA bewertet. AAA ist dabei die höchste Qualität. Zwischenstufen werden mit einem „+“ gekennzeichnet – zum Beispiel „AA+“. Nur Tahiti-Perlen werden alternativ auch von A (beste Qualität) bis D (schlechteste Qualität) bewertet. Als echte Perlen oder Naturperlen gelten ausschließlich die Perlen, die in der freien Natur herangewachsen sind. Alle sonstigen unter menschlicher Kontrolle gewachsenen Perlen sind Zuchtperlen.

Für die Bewertung werden verschiedene Faktoren geprüft. Je runder die Perlen sind, desto besser. Je größer eine Perle ist, desto mehr ist sie wert. Das Gewicht einzelner Perlen wird in Karat oder Korn angegeben. Häufig ist die englische Bezeichnung „Grain“ für „Korn“ zu finden, wobei ein Grain 0,06479891 Gramm entspricht. Bei größeren Mengen von Perlen werden Gramm oder Kilogramm angegeben.

Auch die Farbe der Perle spielt eine große Rolle für die Bewertung. Die eigentliche Farbe der Perle wird bei echten Perlen durch einen Schimmer überlagert, der über der Perle zu schweben scheint. Dieser sogenannte Orient besitzt bei manchen Perlensorten eine andere Farbe als der Perlenkörper, was zu faszinierenden Farbeffekten führt. Der für Perlen typische irisierende Glanz der Oberfläche wird als Lüster bezeichnet. Die Perlenoberfläche sollte möglichst glatt und frei von Makeln wie Dellen, Kratzern oder Verfärbungen sein, damit Lüster und Orient voll zur Geltung kommen.

Grundsätzlich sind Naturperlen wertvoller als Zuchtperlen. Zudem spielt es eine Rolle, aus welcher Region die Perlen stammen. Japanische Biwa-Perlen zählen beispielsweise zu den begehrtesten Süßwasserperlen.

Echte Perlenkette mit Knotung zwischen den Perlen

Woran erkennt man künstliche Perlen?

Künstlich hergestellte Perlen werden vor allem für billigen Modeschmuck verwendet und bestehen meist aus Kunststoff oder werden aus Steinen, Glas oder Mineralien geformt. Natürlich kann es passieren – beispielsweise seitens fliegender Händler im Urlaub – dass man Ihnen Fälschungen als echte Perlen unterjubeln will. Deshalb hier einige Tipps, wie Sie künstliche Perlen erkennen können:

  • Oberflächenbeschaffenheit: Da Perlen aus sich überlagernden Calciumcarbonat-Plättchen bestehen, haben sie eine raue, unebene Oberfläche. Daher der alte Trick, die Perle an den Zähnen zu reiben, wo eine echte Perle hängenbleiben sollte. Es ist jedoch ein wenig zweifelhaft, wie zuverlässig diese Methode ist.
  • Glanz: Nur echte Perlen besitzen den typischen irisierenden Glanz – den berühmten Lüster. Dieser reicht sichtbar in die Oberfläche der Perle hinein. Außerdem reflektieren Naturperlen das Licht sehr stark.
  • Größe: Naturperlen werden seltenst größer als 15 Millimeter. Meist liegen sie eher im Bereich von einem Zentimeter oder darunter. Auffallend große Perlen sind also höchstwahrscheinlich künstlich.
  • Form: Natürlich gewachsene Perlen sind niemals perfekte, kreisrunde Kugeln. Sie sind meist eher oval oder haben leichte Verformungen, die jedoch mit bloßem Auge oft schwer festzustellen sind.
  • Gewicht: Perlen sind für ihre Größe verhältnismäßig schwer. Ein Armband mit echten Perlen sollte sich daher schwerer anfühlen als eines mit Kunstperlen. Allerdings ist dieser Unterschied für Sie kaum festzustellen, wenn Sie keine Erfahrung mit echten Perlen haben.
  • Temperatur: Echte Perlen sollten sich beim Erstkontakt mit der Haut kalt anfühlen.
  • Falsche Perlenketten erkennen: An den Bohrlöchern falscher, gefärbter Perlen löst sich oftmals schnell die Farbe ab. Achten Sie auch auf die Fertigung – echte Perlenketten haben immer kleine Knoten zwischen den einzelnen Perlen. Sollte die Kette einmal reißen, bleiben die Perlen so am Faden und rasseln nicht allesamt auf den Boden. Sind die Perlen einfach nur ohne Knoten auf eine Schnur gezogen, dürfte es sich dabei um künstliche Perlen handeln.

Die bekanntesten Perlensorten

Weltweit gibt es etwa 10.000 verschiedene Muschelarten. Doch nur sehr wenige davon bilden Perlen aus. Einige Perlen bildende Arten haben sich dabei als besonders zuverlässig erwiesen. Folgende Perlensorten werden am häufigsten in Form von Gold- oder Silberschmuck oder als lose Perlen angeboten:

  • Akoya-Perlen: Die Bezeichnung „Akoya“ wird für die Zuchtperlen zweier verschiedener japanischer Muschelarten verwendet. Sowohl Pinctada martensii als auch Pinctada fucata produzieren die zwei bis sechs Millimeter großen, creme-weißen Akoya-Perlen.

  • Keshi-Perlen: Diese sehr kleinen Perlen entstehen quasi als „Nebenprodukt“ bei der Akoya-Perlenzucht. Sie sind weiß, kernlos und besitzen oft ungewöhnliche Formen.
  • Südsee-Perlen: Sie zählen zu den größten Zuchtperlen, die gelegentlich sogar bis zu zwei Zentimeter groß werden können. Normalerweise liegen die im pazifischen Raum gezüchteten Südsee-Perlen zwischen 10 und 15 Millimetern. Südsee-Perlen besitzen faszinierende Farbtöne, die von reinem Weiß bis zu silbernem oder goldenem Glanz reichen. Sie gehören zu den teuersten Perlensorten.
  • Tahiti-Perlen: Tahiti-Perlen werden im Bereich der gleichnamigen Insel in Französisch-Polynesien gezüchtet. Die Perlen selbst sind meist schwarz oder dunkelgrau und besitzen einen blauen, grünen oder purpur- bis rosafarbenen Orient. Der Orient kann auch Kombinationen dieser Farben besitzen. Am begehrtesten ist die Farbkombination „Peacock“ mit einem grün-pinken Orient. Auch Tahiti-Perlen können recht groß werden und liegen meist zwischen 8 und 16 Millimetern.
  • Süßwasserperlen: Verschiedene Perlenarten werden in Süßwasser gezüchtet. Ihnen allen ist gemeinsam, dass bei der Zucht kein Nukleus zum Einsatz kommt. Deshalb sind die Perlen eher unregelmäßig geformt. In Süßwassermuscheln können bis zu 50 Perlen heranreifen. Chinesische Süßwasserperlen werden oftmals als „Biwa-Perlen“ verkauft. Jedoch handelt es sich bei echten Biwa-Perlen um eine Art von Süßwasserperlen, die ausschließlich im japanischen Biwa-See vorkommt. Diese Perlen sind als besonders rein und glatt bekannt und besitzen wunderschöne Färbungen, die von cremigem Weiß über Rosa und Orange bis zu Rot- und Violett-Tönen reichen können. Verständlich also, warum manche Händler in Asien versuchen, minderwertigere Ware als Biwa-Perlen auszugeben.

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